Der erste Morgen fängt meistens am Hafen an. Fünf Minuten vom Ferienhaus, die meisten radeln einfach los, ohne Plan und ohne Route. Der Hafen riecht ein wenig nach Salz, nach Diesel, nach etwas, das man von zuhause nicht kennt. Wenn die Kutter mit der Flut einlaufen – etwa zwei Stunden vor Hochwasser –, geht es schnell. Der Fang wird an Land befördert, und wer Glück hat, kauft seinen Granat, wie wir Krabben hier nennen, noch warm direkt vom Boot.
Wer keins hat, setzt sich wieder aufs Fahrrad und fährt weiter nach Spieka. Bei Alwin und Siegfried Kocken gibt es nicht nur die einzige mechanische Krabbenschälmaschine in der Gegend, sondern auch die bessere Auswahl: frisches Krabbenfleisch, Fischbrötchen, Krabbenfrikadellen. Auf dem Rückweg gibt es vielleicht noch einen kurzen Stopp bei Tante Enso für den Rest des Einkaufs.
In Wremen, in der anderen Richtung, gibt es den CAP-Markt und das Strandhus, wo man sich mit einem Kaffee festsetzen und die einlaufenden Schiffe beobachten kann, meistens länger als geplant. Der Einkauf für den Abend passiert irgendwie immer unterwegs. Das Fahrrad trägt ihn mit. Wer einmal so einen Tag hatte, der weiß, warum das Auto die ganze Woche stehen bleiben kann.
Man muss kein Radsportler sein, um einen Fahrradurlaub bei uns in den Cuxlandparks zu genießen. Einfach losradeln ist manchmal sogar das schönste Erlebnis. Wir stellen hier dennoch eine Tour vor, die wir selbst gerne fahren. Sie startet vom Ferienpark Dorum-Neufeld.
Praktische Hinweise: Die meisten Fahrradwege im Cuxland sind durchgehend asphaltiert. Der Wind ist an der Wurster Küste kein Gerücht: Wer morgens mit Rückenwind in Richtung Cuxhaven startet, fährt nachmittags gegen ihn zurück oder plant entsprechend. Die Rückfahrt mit der Bahn ist bei längeren Touren in Richtung Cuxhaven und Bremerhaven eine echte Option.
Wer Richtung Cuxhaven unterwegs ist, sollte kurz vor dem Ziel die Augen offenhalten: Der Deich mündet in einen Waldsaum, in dem Eichen wachsen, die der Wind über Jahrzehnte in eine eigene Form gedrückt hat: niedrig, schief, mit Ästen, die alle in dieselbe Richtung zeigen. Diese windgepressten Eichenwälder, die Botaniker Eichenkratt nennen, stehen hier unter Naturschutz und sind eines der stillen Naturdenkmäler der Region. Man fährt hindurch, ohne dass es groß angekündigt wird. Die meisten fahren einfach durch, ohne zu wissen, was er ist.
Unsere Empfehlung: Deich-Rundtour
30 km · Familienfreundlich · Asphaltiert
Die Rundtour beginnt am Deich, führt entlang der Küste nach Spieka-Neufeld und kehrt über einen Weg zurück, den die meisten Gäste nicht kennen: den Alten Deich.
Der erste Abschnitt ist der offenste. Auf dem Deichverteidigungsweg nach Spieka-Neufeld liegt das Watt zur Linken, und bei ablaufendem Wasser sieht man weit hinaus, bis die Wasserfläche in Schlick übergeht und der Horizont unscharf wird. In Spieka-Neufeld lohnt sich ein Stopp bei Kocken. Wer noch nie gesehen hat, wie aus dem kleinen Granat das fertige Krabbenfleisch wird, bekommt hier einen Eindruck davon, wenn die Krabbenschälmaschine läuft.
Von Spieka-Neufeld führt die Route ins Landesinnere, durch Oxstedt und Nordholz. Dann beginnt der Alte Deich, für mich einer der schönsten Abschnitte auf den Fahrradwegen in der Region. Links und rechts stehen alte Bauernkaten und Fischerhäuser, viele davon aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Der Weg verläuft auf dem ehemaligen Deichkörper, der hier Generationen lang die Grenze zum Meer war, bevor der neue Deich weiter draußen gebaut wurde.
Am Ende der Tour quert man zurück auf den neuen Deich und fährt die letzten acht Kilometer direkt am Wasser entlang, mit Blick auf die Schifffahrtsstraße nach Bremerhaven.
Praktische Hinweise:
Die Tour startet direkt vom Ferienpark Dorum-Neufeld. Die Wege sind durchgehend asphaltiert. Der Wind ist an der Wurster Küste kein Gerücht: Wer morgens mit Rückenwind in Richtung Cuxhaven startet, fährt nachmittags gegen ihn zurück oder plant entsprechend. Die Rückfahrt mit der Bahn bei längeren Touren in Richtung Cuxhaven und Bremerhaveneine echte Option.
Wer Richtung Cuxhaven unterwegs ist, sollte kurz vor dem Ziel die Augen offenhalten: Im Küstenwald bei Sahlenburg wachsen windgepresste Eichen, die kaum höher als Mannshöhe werden – ein Eichenkratt, der hier seit Jahrhunderten unter Naturschutz steht und den die meisten einfach durchfahren, ohne zu wissen, was er ist.
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